TREFF3

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Wo kommt die Kleidung her, die ich am Körper trage? (Teil 3)

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Ilustración en el libro de Brigit Jansen Ilustración en el libro de Brigit Jansen Ma. Fernanda Téllez Girón Garcí­a

Letzter Teil des Interviews mit Wolfgang Korn über sein Buch „Die Weltreise einer Fleeceweste“ und die Globalisierung.

Neue Konsumgewohnheiten

TREFF3: Was kann man mit den Unternehmen tun, die schlechte Produkte verkaufen?

Wenn wir aufhören, in solchen Läden wie Burger King zu kaufen, werden diese irgendwann schließen müssen oder ihre Politik in eine sozial verträgliche ändern. Wir haben diese Macht, wir müssen sie nur einsetzen und es ist wirklich nicht schwierig! Der Druck und die Kritik der Konsumenten haben ein großes Gewicht.

Illustration aus dem Buch von Birgit Jansen
(Foto: Ma. Fernanda Téllez Girón García)

Kleine Entscheidungen können Großes bewirken. Etwas zu kaufen, das ein wenig teurer ist, dafür aber sozial verantwortlich, hilft enorm.

So gibt es beispielsweise in einigen Ländern den Ansatz, jede finanzielle Transaktion oder die Umweltverschmutzung der Unternehmen zu besteuern.

TREFF3: Was sagen die jungen Menschen, die Ihr Buch gelesen haben?

Ich kaufe nicht mehr, ohne nachzudenken!

Ich habe das Buch geschrieben, damit die jungen Menschen sich fragen, unter welchen Bedingungen die Waren hergestellt werden, die sie kaufen und auch deswegen, damit sie ihre Konsummuster durch verantwortungsvollere ersetzen.

Globalisierung, Migranten und Carlos Slim

TREFF3: Ist die Globalisierung eher eine Gefahr oder eine Chance?

Sie ist beides, aber sie ist ein unsicheres System, das wenige Gewinner und viele Verlierer schafft.

Das zeige ich in meinem Buch durch die Figuren, die ich beschreibe: den Erdöl-Ingenieur, der seine Ersparnisse dazu einsetzt, Solarzellen auf sein Dach zu setzen.

Das Mädchen in Bangladesh, das die Weste nähte, wird ausgebeutet, sie bekommt sehr wenig Geld, sie hat keine Sozialversicherung und auch keine Gesundheitsversorgung.

Reichste Mann der Welt:
der mexikanische Unternehmer Carlos Slim
(Foto: International Telecommunication Union)

Der Heranwachsende der auf der Suche nach einem besseren Leben illegal aus dem Senegal nach Spanien reist.

Viele dieser Geschichten ähneln denjenigen, die ich in den Nachrichten gefunden habe, so wie diese, wo halb tote Migranten am Strand gefunden wurden und Touristen ihnen geholfen haben.

Das ist der negative Aspekt der Globalisierung. Der positive ist, dass wir beispielsweise Obst essen können, das in unseren Ländern nicht wächst.

TREFF3: Was halten Sie davon, dass in Mexiko, einem Land mit viel Armut, einer der reichsten Männer der Welt lebt: Carlos Slim?

Wolfgang Korn: Die Situation ändert sich erst, wenn die Konsumenten etwas tun. Eigentlich ist es ganz einfach: Man braucht nur seine Produkte nicht zu kaufen!

Ich erinnere mich, dass in Deutschland vor der großen Globalisierung in den 90er Jahren noch viele Produkte hergestellt wurden. Heute kommt fast alles aus China.

TREFF3: In Mexiko gibt es mehrere Firmen, die schlechte Produkte beziehungsweise Dienstleitungen für viel Geld verkaufen, aber da sie mächtig sind, tut die Regierung nichts …

Wolfgang Korn: Ja, dann kommt die Angst auf, die wir alle davor haben, uns ihnen entgegen zu stellen. Doch wenn wir uns einig sind, dann stärken wir die zivile Macht.

Wir müssen anfangen, uns nicht knechten zu lassen, so wie es die Italiener mit der Mafia getan haben. Sie sind auf die Straße gegangen und haben gesagt: wir haben keine Angst mehr. Doch man kann die Dinge nicht nur auf der Straße ändern, man braucht auch die Politiker als Verbündete.

Interview: Primavera Téllez Girón G und Nora Goebbel

Übersetzung: Peter Stegemann

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